Das war ein echter Pageturner. Offensichtlich ist es eine Gegenschrift an die MAGA-Leute und Tradwifeinfluencer, aber es gibt noch andere Themen, über die man nachdenken kann. So wird bspw Natalie immer beobachtet, das ist eigentlich ein Hauptthema. Hier spiegelt sie eigentlich ihre älteste Tochter wider. Wenn einem das auffällt, dann kann man auch herauslesen, dass alles, was sie tut, distanziert und performativ ist, es erklärt eventuell auch ihren Empathie-Skill von 0% (gipfelt in der Bratenspritzenszene). Sie liest in ihrem Collegezimmer nicht, weil sie unbedingt intrinsisch motiviert ist, sondern um sich von den anderen abzuheben. Und das Christentum scheint sie auch "einfach so" zu machen und nicht aus innerer Überzeugung, ihr ganzes Tun ist hierbei ein einziges actum performans. Hierin eifert sie eigentlich ihrer Mutter nach (einzige richtige positive Bezugsperson), ironischerweise wird eine ihrer Hauptwahrheiten gegen Ende als Lüge, als unchristliche Lüge, entlarvt.
Anderes Thema ist natürlich die Zeit, darüber kann man auch denken wie man will. Ich finde es gut, dass es nicht mit genauen Zahlen benannt wird. Das Kennenlernen von Natalie und Caleb kann man vielleicht auf Anfang der 10er Jahre eingrenzen, weil sie da kurz danach den Wechsel von Klapphandy zu Smartphone vollziehen, auf der anderen Seite ist die Monetarisierung von Instagram und die Podcasterei etwas zu "früh".
Feminismus lässt sich mit dem Roman natürlich auch vielseitig denken, allein durch die verschiedenen Frauenfiguren (Mutter, Natalie, Schwiegermutter, Produzentin, Nannys, Saisonarbeiter, "Fans").
Sie ist jedem Menschen gegenüber unempathisch und sie ist im doppelten Sinn unreliabel. Man muss nur drauf achten, wie und was die anderen immer antworten. Wie sie mit ihrer Schwester spricht, ist abartig (mehrfach), wie sie über ihre Mitbewohnerin denkt ebenfalls, die Konfrontation mit ihrer Mutter ist satisfying und das Ausmaß von Cope unglaublich.
Der Twist war sehr gut.
Prinzipiell wäre mein Take: Eine Person, die nur schaut, aber nicht sieht (durch Beobachtung), hält uns spannend bei der Stange und nebenbei belustigen wir uns über (die leider sehr reale) MAGA- und Manospherewelt und können darüber nachdenken, was heutzutage eigentlich vom Feminismus übrig ist. Ein Roman, der zurecht gehyped wird.
Das war ein echter Pageturner. Offensichtlich ist es eine Gegenschrift an die MAGA-Leute und Tradwifeinfluencer, aber es gibt noch andere Themen, über die man nachdenken kann. So wird bspw Natalie immer beobachtet, das ist eigentlich ein Hauptthema. Hier spiegelt sie eigentlich ihre älteste Tochter wider. Wenn einem das auffällt, dann kann man auch herauslesen, dass alles, was sie tut, distanziert und performativ ist, es erklärt eventuell auch ihren Empathie-Skill von 0% (gipfelt in der Bratenspritzenszene). Sie liest in ihrem Collegezimmer nicht, weil sie unbedingt intrinsisch motiviert ist, sondern um sich von den anderen abzuheben. Und das Christentum scheint sie auch "einfach so" zu machen und nicht aus innerer Überzeugung, ihr ganzes Tun ist hierbei ein einziges actum performans. Hierin eifert sie eigentlich ihrer Mutter nach (einzige richtige positive Bezugsperson), ironischerweise wird eine ihrer Hauptwahrheiten gegen Ende als Lüge, als unchristliche Lüge, entlarvt.
Anderes Thema ist natürlich die Zeit, darüber kann man auch denken wie man will. Ich finde es gut, dass es nicht mit genauen Zahlen benannt wird. Das Kennenlernen von Natalie und Caleb kann man vielleicht auf Anfang der 10er Jahre eingrenzen, weil sie da kurz danach den Wechsel von Klapphandy zu Smartphone vollziehen, auf der anderen Seite ist die Monetarisierung von Instagram und die Podcasterei etwas zu "früh".
Feminismus lässt sich mit dem Roman natürlich auch vielseitig denken, allein durch die verschiedenen Frauenfiguren (Mutter, Natalie, Schwiegermutter, Produzentin, Nannys, Saisonarbeiter, "Fans").
Sie ist jedem Menschen gegenüber unempathisch und sie ist im doppelten Sinn unreliabel. Man muss nur drauf achten, wie und was die anderen immer antworten. Wie sie mit ihrer Schwester spricht, ist abartig (mehrfach), wie sie über ihre Mitbewohnerin denkt ebenfalls, die Konfrontation mit ihrer Mutter ist satisfying und das Ausmaß von Cope unglaublich.
Der Twist war sehr gut.
Prinzipiell wäre mein Take: Eine Person, die nur schaut, aber nicht sieht (durch Beobachtung), hält uns spannend bei der Stange und nebenbei belustigen wir uns über (die leider sehr reale) MAGA- und Manospherewelt und können darüber nachdenken, was heutzutage eigentlich vom Feminismus übrig ist. Ein Roman, der zurecht gehyped wird.