Die Känguru-Rebellion
295 Seiten

Es ist nicht schlecht, aber irgendwie einfach nicht gut. Ich habe lange überlegt, weshalb das so sein könnte und habe folgende Punkte gefunden.

Erstens ist MUK seit den Apokryphen Multimillionär geworden, da er mehrere Bestseller und Kinderbücher geschrieben hat, auch eine Buchverfilmung dürfte sein Girokonto gut gefüllt haben. Zusätzlich macht er eine (leider ziemlich schlechte) Late-Night-Show mit seiner Produktionsfirma. Bei den ersten Büchern war er noch Kleinkünstler. Mittlerweile ist er absoluter Mainstream. Für mich am bezeichnendsten war das Kapitel, in dem er die uralten Kalauer mit "bei jeder Bewegung mache ich Geräusche des Schmerzes, weil ich alt bin".

Zweitens ist es leider ein Buch des Zeitgeschehens und nicht so zeitlos wie die ersten Bücher. Während früher eher die Zustände an sich benannt und herrlich kritisiert wurden, werden heute Politiker aufs Korn genommen. Mitunter kulminiert das im äußerst peinlichen Wortneuschöpfen "Södern".

Drittens geht die Kritik wirklich nicht weit. In einem Kapitel, in dem es um Reichenbesteuerung geht, gab es eine Andeutung, dass er eigentlich betroffen sei. Es ist nicht vorstellbar, dass das Känguru ihn nicht jede Sekunde fertig machen würde.

Insgesamt wirkt es, als hätte er eine Entwicklung nicht mehr gemacht, er ist relevant geblieben, weil er früher relevant war. Mancher Humor ist wirklich in den 00er-Jahren stecken geblieben. Es hat nur eine Tumblr-Erwähnung gefehlt. Der cultural impact, den er auf meine Generation hatte, wird er nicht im selben tiefgründigen Ausmaß auf Gen-Z haben. Auf sie dürfte er eher wirken wie El Hotzo.

Letztlich ist es ein klassisches "Wir schauen nur, aber wir sehen nicht" geworden, das zwar gut unterhält, aber nicht mehr wirklich viel mit dem Original zu tun hat. Und das ist wirklich schade.

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