Der Roman ist sehr gut und interessant zu lesen. Man sympathisiert mit keinem richtig, erst recht nicht mit der Erzählerin Aroon.
Was ich eher amüsant fand ist das Vorwort von Tara-Louise Wittwer. Meiner Meinung nach (und dem Deutschlandfunk auch) hat sie den Charakter nicht verstanden, bzw ihn in eine sehr eigene Sichtweise gepackt, sie will sie in eine feminist icon packen. Das ergibt aber halt leider null Sinn. Sie leidet nicht primär an den starren Strukturen des Patriarchats und der Regeln und Normen des irischen Landadels, sondern vor allem an ihrer eigenen Unfähigkeit, sozialen Inkompetenz und, sorry, Dümmlichkeit. Deswegen irritiert sie und stößt die anderen ab. Die denken sich halt "WTF". Das hat nicht mit der Rolle als Frau zu tun.
Marco Rota ist mein persönlicher GOAT.
Total spannend. Man merkt, dass er einen sehr überkorrekten Gegenpol gegen "Schund" bilden wollte. War sicher ein Madman, aber den effort kann man appreciaten.
4 Menschen.
Der Vater ist ein sexuell übergriffiger Oberarzt ohne Selbstreflexion, er kann nichts falsch machen. Ekelhafter Typ.
Die Mutter gab ihr Selbst für die Kinder auf, entdeckt in ihrem geheimen Nebenjob als Kassiererin die Liebe zu einer anderen Frau.
Die Tochter (16) hat einen Freund (18), der sie zu einem Dreier drängt und fallen lässt. Am Ende Genugtuung, da er geshamed wird.
Der Sohn (19) ist ein Loser, gerät in die Fänge eines Alpha-Coaches, der aber kein Alpha-Coach ist; nachdem er (ganz normal und nett) seinen Crush anspricht und brüsk abgewiesen wird, will er sich zu Tode fahren und scheitert.
Am Ende ist die Mutter in Aufbruchstimmung und will sich trennen, die Tochter hält zu ihr und der Sohn wacht grad aus seiner Katatonie auf. Für den Vater besteht keine Hoffnung.
So ausführlich und genüsslich über die Affäre berichtet wird, würde ich mir als Ehemann/Freund/Ehefrau/Freundin von Anne Freytag ehrlich Sorgen machen...
Hat mir nicht so gefallen, war ein unlikable female character, wie es seit neuestem heißt. Das Ende war auch etwas naja.
Selten, aber: boring ass langweiliger King! Das Schlechte von "Fairy Tale" und "Das Spiel" ist vermischt. Langatmig, keine richtigen Stakes, vorhersehbarer "Pay-Off".
Starkes Monument über einen Random im Rahmen des WWII.
Für mich ist der Deutsche Herbst eine der Top 5 Epochen in der deutschen Geschichte. Sehr spannend von einem Zeitzeugen niedergeschrieben, beginnend von Anti-Vietnam und Apo bis zum Ende in den 80ern. Zwischendurch nur ganz kleine Längen, die zu Aufzählungen verkommen, aber meistens ist es so spannend, dass man auch vermeintlich langweiligen Passagen angeregt lauscht.