Der Heinzer hat mal wieder einen absoluten Banger rausgehauen. Eigentlich ein kafkaeskes Kammerspiel auf einem Restaurantschiff, das sich in seiner Absurdität beinahe verliert. Kann man, wenn man Heinz Strunk mag, Leuten empfehlen, die noch nie was von ihm gelesen haben. Denn er gehört zur Kategorie "Total hit or total miss". Und das ist ja ein kürzeres Buch von ihm.
Naja, ganz wenig Erkenntnisgewinn.
Super Zeichnungen. Lustige Easter-Eggs (sogar Vater und Sohn aus den "Vater und Sohn"-Geschichten ist dabei, das Buchcover von "Emil und die Detektive" wird hommagiert, Huthandlung Lindenberg, uvm.)
Am besten ist aber, dass das Marsupilami im "Dämmerungs"-Deutschland 1931 gute Arbeit im Vorbeigehen leistet. Die Betteldose von einem Braunhemd wird vom Schwanz am Rand des Panels aus der Hand geschlagen und so weiter. Die beste Anspielung hier war auch die Schneiderei Spiegelman. Art Spiegelman hat ja "MAUS" geschrieben; sein Vater war zwar in Polen tätig, aber ich denke, dass dies dennoch eine Anspielung war.
Rundum auf ganz vielen Ebenen sehr gelungen.
Erstaunlich deep und tw eher plumpe sexuelle Anspielungen. Und aus irgendeinem random Grund wird Villingen mehrfach erwähnt!
WTF war dieser guy ein guy
Drei Frauen (Amalia, wunderschöne Frau aus einem Arbeitermilieu; Kata, polnischem und anorektischem Hintergrund und Ola, polnischer und feministischer Hintergrund) und zwei Männer (Lenny, Waschlappen; Christian, ACAB-Cop aus reichem Hause) machen Urlaub. C und A sind ein toxisches Paar, L und K sind ein nettes Paar, O ist das erste Mal mit dabei und hilft indirekt, dass C und A am Ende nicht mehr zusammen sind.
Fand den Roman super, die Frauenfiguren waren den Männern natürlich überlegen, was aber in der Natur der Sache liegt. Am Ende frage ich mich, ob Nawrath nicht etwas zu viele Themen hatte (Krankenhaus), etwas mehr Kammer-/Ensemblespiel wäre ggf etwas besser gewesen.