Lesetagebuch
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This Is How They Tell Me the World Ends
 528 Seiten

Unglaublicher Einblick in den Markt um Sicherheitslücken und die Historie des staatlichen Hackings. Hier wird nicht nur nacherzählt, wie wir an den Punkt gekommen sind, an dem wir jetzt sind, sondern auch Kontext und Hintergrundinformationen geboten, die in der damaligen Berichterstattung untergegangen sind oder erst viel später veröffentlicht wurden. Ich glaube niemand anderes hätte das Buch so schreiben können, wie Nicole Perlroth, die die letzten 10 Jahre an der digitalen Front als Journalistin miterlebt hat.

This Is How They Tell Me the World Ends
 528 Seiten

Sicherheitslücken sind ein Geschäft. Halbseidene Broker und Hacker ohne Gewissen verkaufen Bugs an Geheimdienste, Militärs und Behörden. Wie kaum jemand sonst ist NYT-Reporterin Nicole Perlroth in diese Welt eingetaucht und kann beschreiben, wie dieser Markt funktioniert und wozu die Sicherheitslücken genutzt werden: Für einen asymmetrischen Krieg, der Zivilisten trifft und sich an keine Konvention hält. In ihrer epischen Erzählung verknüpft sie den Hackerangriff auf iranische Uran-Zentrifugen, die Snowden-Enthüllungen, den Angriff auf die Reederei Maersk, Stromausfälle in der Ukraine und russische Kampagnen gegen die Wahl in den USA. Sie zeigt, wie Staaten, allen voran die USA, mit dem Kauf von Sicherheitslücken ein Problem eskaliert haben: Die Schwachstellen gehören gefixt, nicht ausgenutzt. Denn niemand kann garantieren, dass eine Lücke nicht gefunden wird - von wem auch immer. Zuletzt sind der NSA eine ganz Batterie streng geheimer und hoch gefährlicher Exploits geklaut worden - die Folgen waren weltweit zu spüren, die Schäden gigantisch. Was dieses Buch auszeichnet: Es basiert auf jahrelanger, gründlicher Recherche, nicht auf Unkenrufen oder akademischen Überlegungen. Gleichzeitig liest es sich wie ein Thriller.

(Die SPIEGEL-Enthüllungen über die NSA-Hackertruppe Tailored Access Operations und ihre Zero-Day-Werkzeuge kommen natürlich auch vor.)