Ein Epos in neun wunderbaren Gesängen rund um Eleni und Lefti, denen so viel vorbestimmt war und die doch alles anders machten, doch erst spät aus ihren Fehlern lernen. Andererseits ein Familien-Roman über vier Generationen, der in einem griechischen Bergdorf beginnt, um die halbe Welt reist, Hildesheim und St. Pölten den ihnen angemessenen literarischen Ruhm gewährt und letztendlich fast glückselig auf Makarionissi endet. Große Tragik gepaart mit bitter bösem Humor. Meisterhaft erzählt. Den neuen Kaiser verschlingt man noch schneller als den ersten, da weniger Dialekt gesprochen wird.
In einer Rezension im Feuilleton las ich, Vea Kaiser schreibe hier "Buttercremeprosa". Klingt etwas abwertend, oder? Mir hat das Buch dagegen gut gefallen. Es beschreibt Umbrüche. Zum einen das sehr einfache Leben in der griechisch-albanischen Grenzregion, die Kindheit und die familiären Bindungen. Durch politische Veränderungen werden Lebensentwürfe auf den Kopf gestellt. Die beiden Hauptakteure, die streitbare Eleni und ihr Cousin Lefti finden sich als Ehepaar in einer deutschen Kleinstadt wieder und auch am neuen Ort läuft es nicht in ruhigeren Bahnen weiter. Der Bogen spannt sich von amüsant bis dramatisch, oft unerwartet.