Lesetagebuch
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Magic for Liars
 320 Seiten
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Ivy Gamble ist hauptberuflich Privatdetektivin und nebenbei extrem verbittert, dass ihre Zwillingsschwester zaubern kann, aber sie selbst nicht. Als an der Schule, an der ihre Schwester Zauberei unterrichtet, eine Leiche gefunden wird, wird Ivy einbestellt, um den Fall zu lösen.

Klingt erstmal total cool! Ein Urban Fantasy Krimi an einer Zauberschule? Sign me up!

Sobald man aber tatsächlich ins Buch einsteigt, fällt alles ein bisschen auseinander. Das größte Problem ist, wie unsympathisch, selbstbemitleidend, und repetitiv Ivy ist. Bücher, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, driften schnell mal in diese Richtung ab, aber hier war die ständige Weinerlichkeit so krass, dass ich teilweise fast lachen musste. Das Buch könnte bestimmt halb so lang sein, wenn jeder traurige Nebensatz gestrichen würde.

Ganze Kapitel bestehen quasi nur aus „Sie trank einen Schluck Wasser aus ihrem Glas. Ich spürte einen Stich in meinem Herzen, als ich mich zurückerinnerte, wie wir damals, gemeinsam, freundschaftliche Schlucke Fröhlichkeit aus dem Glas unserer unschuldigen Jugend getrunken hatten. Aber das ist jetzt vorbei. Diese Momente bekomme ich nie wieder zurück. Sie stellte das Glas ab – so, wie sie mich abgestellt hatte, damals, als sie auf die Zauberschule gehen durfte und ich nicht. So, wie ich versucht habe, meine Gefühle abzustellen, auf das rostige Abstellgleis meines Unterbewusstseins.“

Ständig wiederholt Ivy, wie einsam sie ist, während sie nebenbei erwähnt, wie sie ganz normale Leute ghostet, die sich mit ihr treffen wollen und sich stattdessen lieber eine Flasche Wein reinschraubt. Vielleicht ist das Absicht, vielleicht soll sie so distanziert wirken, aber es ist auf jeden Fall nicht unterhaltsam.

Die Hinweise für den Krimi-Teil sind relativ großzügig gestreut, so dass man am Ende schon fast ungeduldig darauf wartet, dass Ivy endlich auf die richtige Lösung kommt. Insgesamt bleibt dadurch aber die Freude über die Auflösung auch etwas auf der Strecke.