Der Medicus
848 Seiten

Das Buch liest sich gut weg, ist nüchtern erzählt, aber ziemlich seicht. Unser Hauptcharakter hat bis auf eine tragische Kindheit unverschämt viel Glück und ist sowieso groß, stark, talentiert, fleißig, ehrlich und der beste Heiler und Liebhaber, den die Welt je hervor gebracht hat. Es passieren viele Dinge, die den Plot von England bis nach Indien bugsieren, aber besonders tiefgreifend sind weder die Geschichte noch die eindimensionalen Charaktere. Außerdem haben mich die historischen Ungenauigkeiten (Kürbisse im mittelalterlichen England?) etwas rausgerissen. Der Autor sagt in der Danksagung selbst, einiges sei seiner Fantasie entsprungen. Warum dann nicht gleich Fantasy? Wahrscheinlich weil es sich schlechter verkauft. Fazit: Ganz nette Bestseller-Literatur.

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