Lesetagebuch
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Drei Geschichten
 82 Seiten

Dieses kleine aber feine Büchlein versammelt, wie der Titel schon verrät drei Geschichten: "Der Zwang zur Tiefe": großartig und mit Sog: Was macht Kritik mit einem Künstler und ist sie überhaupt gerechtfertigt. (Selbstreflektierterweise sollte ich nach der Lektüre hier keinen Eintrag darüber verfassen) "Ein Kampf": Im Prinzip nur die Schilderung eines ordinären Schachspiels im Stadtpark zwischen einem Fremden und dem Lokalmeister. Aber so gut beobachtet, so zum mitdenken geschrieben, dass es eine Freude ist. "Das Vermächtnis des Maitre Mussard": hat mir am wenigsten gefallen, obwohl das Thema eigentlich brandaktuell ist: Ein Mann, normaler Lebensweg, nicht ungebildtet, meint eines Tages zu entdecken, dass die Welt an akuter vermuschelung leidet, die alles und jeden zu Steinernen Muscheln werden lässt. (Eigentlich hat er nur ein Fossil entdeckt) Er versteift sich geistig immer mehr auf seine Verschwörungstheorie der Versteifung der Welt und stirbt endlich an einer mysteriösen Krankheit, die genau in sein Weltbild passt.

Den Schluss bildet die fantastische Kurzgeschichte: "Amnesie in litteris" Der Titel ist Programm. Relatable, unbedingt lesen