Die Revolte
329 Seiten

Hätte eigentlich genau mein Buch sein können, vor dem Hintergrund eines revolutionären Frankreichs und der Pariser Kommune 1871. Hat mich dann aber doch recht kalt gelassen. Das literarische Ich des autobiografischen Romans hat in mir nur gelegentlich Sympathien geweckt und alle anderen Personen drumherum blieben mir fremd und unzugänglich. Was wahrscheinlich auch an dem tagebuchartigen Aufbau des Romans und der subjektiven Erzählweise des persönlich erlebten liegt. Mir fehlte da Abstraktion, Distanz, Reflektion und Hintergrund (Fußnoten und Nachwort halfen etwas).

Beeindruckend waren die Szenen in denen Jacques Vingtras von der revolutionären Dynamik mitgerissen wurde und geschildert wurde wie die proletarischen Massen auf den Straßen von Paris während der Kommune handelten und kämpften. Warum dies alles so geschah wird allerdings nicht weiter erläutert.

Und all diese Namen von völlig unbekannten Personen, wenn man sich mit dieser Zeit der französischen Geschichte kaum auskennt und die einem auch nicht nähergebracht werden. Da haben die ausführlichen äußerlichen Beschreibungen der Personen, die gerne mit tierischen und anderen Bildern und Vergleichen aus der Natur ausgeschmückt wurden, auch nicht geholfen.