Bücherregal lädt …
– Ellbogen
 272 Seiten

Oh wow! Das Buch hat in der Mitte eine krasse Wendung und nimmt dann zum Ende hin in Istanbul nochmal einen ganz anderen Weg und ein Ende, das ich so nicht erwartet habe. Aydemir schafft es die ständige Unterdrückung und aufgestaute Wut erfahrbar zu machen und zumindest mich stark in die Gedankenwelt der Protagonistin mitzunehmen.

Absolut empfehlenswert.

– I Am Not a Robot
 340 Seiten

Joanna Stern benutzt ein Jahr soviel AI wie sie kann. Einerseits spannend in der Prämisse, aber andererseits an gewissen Stellen bleibt dann doch nicht so viel Substanz dabei und Resümee fällt dann oft eher weniger überraschend aus („kann schon einiges, aber bleibt auch hinter den Erwartungen zurück“). Gerade, wenn tatsächliche Roboter beteiligt sind.

Da der Hype sich gleichzeitig konstant weiterentwickelt, weiß ich nicht wie lange es Bestand haben wird.

– Der Turm aus Licht
 813 Seiten

Buch erinnert nicht nur vom Design an die Kingsbridge-Romane: Astrid Fritt erzählt vom Bau des Freiburger Münsters; den Schwierigkeiten zu Beginn, den Kämpfen der Grafen mit dem König, der Übergabe der Baufabrik an die Freiburger Bürger, die über Jahrhunderte zu einer besonderen rechtlichen Situation geführt hat. Alles verwoben mit kleinen alltäglichen Geschichten, die es spannend und erfahrbar machen. Gerade dadurch, dass es an einem realen Ort spielt, den ich auch noch so gut kenne, hat es mir fast noch besser gefallen als die ersten Kingsbridge-Romane.

– Biological War
 406 Seiten

Nach Nuclear War beschreibt Jacobsen hier ähnlich zum ersten Buch was passieren könnte, wenn eine biologische Waffe aus (in diesem Fall) aus Versehen zum Einsatz kommt. Es ist nicht ganz so packend wie das andere Buch und dennoch ist es durch das Szenario packend genug, damit man dadurch die ganzen Informationen zu sowohl möglichen existierenden Biowaffen als auch den geheimen Plänen und Planspielen der (vor allem US-) Regierungen mitnimmt.

– Das Fundament der Ewigkeit
 1162 Seiten

Ähnlich wie beim letzten Band geht es hier viel weniger um das tatsächliche Leben in Kingsbridge und mehr um die großen historischen Kämpfe zur Reformationszeit. Passt sehr gut zu „Don‘t burn anyone at the stakes today“ und war irgendwie ein sehr interessanter Einblick in diese Zeit. Dennoch habe ich den kleineren Blick der ersten Kingsbridge-Romane vermisst.

– Zehnter Dezember: Stories
 270 Seiten

Sammlung an Kurzgeschichten, die teilweise ganz schön verstörend sind: Menschen, die unter Droge große Liebe verspüren, nur um sie dann kurz darauf wieder komplett zu vergessen; Menschen, die sich in ihren Tagträumen verlieren und andere, die vor moralische Entscheidungen gestellt werden. Die größte Brutalität wird dabei teilweise im Vorbeigehen beschrieben, da sie in der Welt der Kurzgeschichten zum Alltag gehört (bspw. die Menschen, die im Garten als Statussmybol ausgestellt werden). Erinnert damit auch an Grausamkeiten der modernen Gesellschaft, die wir mehr oder weniger im Alltag einfach hinnehmen.

Die Geschichten lösen gerade durch ihre banale Skurrilität und Gewalt etwas in mir aus. Aber ob ich es jetzt empfehlen würde, weiß ich nicht.

– Die Frau als Mensch
 250 Seiten

Ulli Lust beschreibt und zeichnet die Geschichte der Menschheit und der Kunst und die weibliche Rolle in diesen Gesellschaften, insbesondere in den ersten Jahrtausenden. Dabei geht sie insbesondere auf einige falsche oder schwammige Interpretationen ein (z.B. die öfters falsch als männlich gelesenen Skelette aufgrund des muskulösen Körperbaus, die um einige Größenordnungen öfters gefundenen weiblichen Kunstdarstellungen als die öfters besprochenen männlichen). Dabei habe ich insgesamt einen vielschichtigeren Einblick darin bekommen, wie ein Leben damals ausgesehen haben kann, bei diesen Menschen, die kognitiv genau so waren wie wir.

– Qwert
 582 Seiten

Kein Mythenmetz-Roman und er spielt nicht direkt in Zamonien, aber mit Figuren aus Zamonien und irgendwie doch in derselben Welt. Hat Spaß gemacht und war mit den kurzweiligen Kapiteln ein echter Pageturner.

– Die Waffen des Lichts
 880 Seiten

Der letzte Band der Kingsbridge-Reihe erzählt vom Aufkommen der Webstühle und dem Krieg mit Napoleon. Da ich neulich erst noch ein Gespräch darüber hatte, inwiefern wohl die Webstühle mit AI zu vergleichen seien, fand ich diesen Aspekt sehr interessant. Ansonsten hat es sich deutlich weniger wie Kingsbridge und mehr wie die Jahrhundert-Trilogie angefühlt; gerade auch durch die detaillierten Einblicke in die Kriege mit der französischen Armee.

– Die Liebhaberinnen
 208 Seiten

Fast jeder Satz ist eines Zitats würdig, aber die Sätze entfalten ihre Wirkung vor allem in Zusammenspiel untereinander. Die Geschichte zweier Frauen und die Entwicklung ihres Lebens in einer männlich dominierten Gesellschaft mit ganz unterschiedlichem Ausgang regt auf ganz vielen Ebenen zum Nachdenken an. Ein Buch, das leider immer noch sehr aktuell ist auf eine eigene Weise. Das Lachen, das die die Zeilen hervorrufen, bleibt einem dann doch immer mal wieder im Hals stecken.

– So isst dein Baby Beikost
 202 Seiten

Meinungsstark, aber wertfrei stellt die Autorin die Beikost-Einführung (Baby-Led-Weaning) vor und legt die Grundlagen leicht verständlich dar. Dabei stellt sie immer auch Alternativen für Brei-Varianten vor. Verbunden mit einem Plan für die ersten vier Wochen und vor allem einer Lebensmittelübersicht für Eisen-/Kohlenhydrat-/Vitamin-haltige Lebensmittel. Einer der Kinderratgeber, die ich am öftesten wieder aus dem Schrank hervorgezogen habe.

– Die Wand
 276 Seiten

Eine Frau ist im Wald durch eine unsichtbare Wand von dem Rest der Welt abgeschnitten. Zwischen Überlebensbericht, der vielleicht an Walden oder auch Crueso erinnert und apokalyptischem, rätselhaften Weltende entspinnt sich eine Gesellschaftskritik, die ganz stark wirkt durch ihre Kontraste und Interpretstionsspielräume.