Lesetagebuch
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Vom Ende der Einsamkeit
 355 Seiten

Nach einem schweren Motorradunfall wacht Jules, der Ich-Erzähler, im Krankenhaus auf und erinnert sich an sein Leben, beginnend mit dem Zeitpunkt, als seine Kindheit ihre Unbeschwertheit verlor. Als er, 11 Jahre alt und seine Geschwister Marty, 14 und Liz, 15 Jahre, durch einen Autounfall ihre Eltern verlieren. Sie kommen in ein Internat, wo sie getrennt voneinander aufwachsen und jede/r auf ihre/seine Art versucht, damit klar zu kommen.
Es ist eine melancholische Geschichte, in der die Trauer um die Eltern sowie der indirekte Verlust der Geschwister und die damit verbundene Einsamkeit beinahe durchgängig zu spüren ist. Dennoch ist es kein deprimierendes Buch, denn immer wieder gibt es glückliche Momente, die so wunderbar beschrieben sind, dass sie das Leid der vorhergehenden Seiten fast vergessen machen. Zwar sind sie nicht von Dauer (zumindest nicht bei Jules), doch auch die dunklen Abschnitte im Leben halten nicht ewig an. Stets aufs Neue gelingt es den Geschwistern, sich aus ihren jeweiligen schwierigen Lebensphasen zu lösen und einen neuen Versuch zu wagen.
Benedict Wells schreibt dies auf eine derart eingängige und leicht zu lesende Weise, dass ich das Gefühl hatte, als stünde er neben mir und erzähle mir das Ganze wortwörtlich. Und so ganz nebenbei werden auch die großen Fragen des Lebens aufgegriffen, ohne dass es jedoch in einen philosophischen Exkurs ausartet: Was ist Zeit? Realität? Das wahre Leben? Überhaupt natürlich: der Sinn des Lebens.
Ein wundervolles Buch, das ich mit Tränen in den Augen und dennoch beglückt gelesen habe.

Vom Ende der Einsamkeit
 355 Seiten

Mein erster Roman von Benedict Wells - einem wirklich hervorragenden jungen Gegenwartsautor. Der Roman handelt von Jules und seinen beiden Geschwistern, die ihre Eltern in früher Kindheit verlieren. Jules' Leben scheint von da an von Unglück und Traurigkeit bestimmt. Er wächst im Internat auf, hat keine richtigen Freunde, nur in Alva findet er Beständigkeit. Alva ist sowas wie eine Freundin für Jules, aber auch das Mädchen seiner Träume. Während Jules vereinsamt, suchen seine Geschwister anders Hilfe: Seine Schwester sucht in Drogen Erlösung, sein Bruder entwickelt eine Zwangsstörung, um Kontrolle zu behalten. Jules fragt sich oft, ob das Leben ein Nullsummenspiel ist - diese Frage wird zum Leitmotiv des Romans. Die Geschichte bewegt und begeistert, rührt und erbaut. Wie gehen wir mit Verlusten um? Wieso scheint das Leben nur zu nehmen und nie zu geben? Wer sich diese Fragen stellt, sollte unbedingt den Roman lesen.